Debattenkultur

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Wolfgang36
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Debattenkultur

Debattenkultur - die Achillesferse der Gegenkräfte

Warum haben die Gegenkräfte der Kapitalherrschaft so selten und so wenig Erfolg?? Zwar wird nur von wenigen (z.B. Rupert Lay) thematisiert, dass letztlich die Schwäche der Gegenkräfte schuldig an den zivilisationszerstörenden Entwicklungen der Kapitalherrschaft sei. Also ist die Frage notwendig: warum enden große Gegenbewegungen immer wieder "im Gegenteil"?? Die tragischsten Beispiele: von Ernst Thälmann und Bernie Sanders aktivierte Wähler trugen letztlich zur Mehrheit von Hitler und Trump bei. Und wie viele von Sahra Wagenknechts #aufstehen  Aktivierte werden enttäuscht  AfD wählen?  Um das vorab ganz klar herauszustellen:  ich vermute die Schuld nicht bei den Initiator*innen, sondern bei einem Geburtsfehler, der in den "Gegenkräften" tausendfach weitervererbt wurde. Dieser Geburtsfehler liegt mMn

  • in der Überbewertung der Einbildung "Wir sind der Widerspruch - also sind wir die Triebkräfte der Entwicklung" und
  • in der Unterschätzung der Selbstverständlichkeit(!) "Wir wollen uns zum Träger einer widerspruchsreichen Entwicklung qualifizieren, also müssen wir zuerst unsere inneren Widersprüche als Triebkräfte der eigenen Entwicklung verstehen und nutzen!"

Ob der Umgang mit den inneren und äußeren Widersprüchen nun "Debattenkultur" oder "kollaborative Willensbildung" oder noch ganz anders benannt werden soll,  möge im Laufe der Zeit geklärt werden.  Hier geht es um die Frage, ob - und wenn JA, WIE ein Paradigmenwechsel in der Debattenkultur die Debakelserie der Gegenkräfte beenden kann. Oder andersherum: wie die Gegenkräfte so zusammengeführt werden können, dass sie die profitgetriebene Zivilisationszerstörung aufhalten können...

Der hier thematisierte Mangel an Debattenkultur wirkt sich auf zwei Ebenen aus:

  1. Die Inhalte linker Argumentationen kaprizieren sich auf Analysen der Mängel des Bestehenden und auf Wunschlisten, was geändert werden müsste (durch wen wohl?). Konstruktive Lösung von komplexen gesellschaftlichen Problemen ist mit der gegenwärtigen Debattenkultur überhaupt nicht möglich.
  2. Die Teilnehmer der "Bewegungen" werden inhaltlich nicht "mitgenommen". Einerseits wird Zustimmung zu Argumentationen/Dokumenten (siehe 1.!) eingesammelt. Andererseits wird in Foren und Themengruppen und anderen Formen eine unüberschaubare Vielfalt von Ideen und Erörterungen angehäuft. Ein politisch wirksames Zusammenführen und Zusammenfügen ist jedoch mit der gegenwärtigen Debattenkultur überhaupt nicht möglich...

So mündet die Eigendynamik von Bewegungen bisher immer wieder in Enttäuschung und Resignation.

IT und KI sind Werkzeuge, keine Triebkräfte

Will sagen: IT und KI leisten genau das, was ihre Benutzer damit leisten. A fool with a tool is always a fool. 

Die Erfolgsgeschichte des Kapitals beruht auf zwei Säulen: auf seinen unstrittigen Wirkungen zugunsten der menschlichen Zivilisation - und auf  der Eignung des Kapitals, menschliche Intelligenz für "Tätigkeiten aller Art"  zu aktivieren.  Von diesen "Tätigkeiten aller Art"  interessiert hier die Informationsverarbeitung. Unterschiedlichste Interessen haben in den letzten 50 Jahren zu einer phänomenalen Entwicklung der Informationstechnik geführt. 

Die derzeitige politische Entwicklung wird weitgehend von den "Sozialen Medien" geprägt. Die technische Seite dieser "Sozialen Medien" erfordert erhebliche Finanzmittel. Diese werden zunächst natürlich im Sinne der  Kapitalgeber eingesetzt.

  • Die Diskussionsforen wie Facebook und Twitter dienen gleichzeitig den "Influenzern" zur Verbreitung ihrer "einfachen Wahrheiten" - und angeblich dem Rest des Volkes zu aktiver Mitwirkung an den Inhalten. Tatsächlich jedoch bewirken sie die immer weitere Auffächerung der Diskussionen, und also(!)  die Zersplitterung und letztlich Energievernichtung aller kritisch-konstruktiven Ansätze.
    Dass dies auch für die Gegenkräfte eine ernsthafte Gefahr ist, zeigte das sync-Forum der Piraten: obwohl sehr übersichtlich strukturiert, wurde es schließlich mit hunderten Themen und tausenden inhaltsreichen Beiträgen physisch abgeschaltet - weil nach  ~5 Jahren völlig unbrauchbar.  Wer jetzt nach ~5 Monaten (!) etwas bestimmtes in den aufstehen-Foren sucht wird nicht umhin kommen, diese Gefahr auch hier als relevant zu erkennen.
  • Die Voting-Tools versprechen sogar die Möglichkeit zur "Mitwirkung" ohne die Mühe inhaltlicher Mitarbeit. Tatsächlich jedoch leben sie von der Einengung der Bewertung auf vorgegebene Texte. Und wenn bei höherentwickelten Tools Diskussionen unterstützt werden, dann laufen diese ebenfalls auf Zersplitterung und hinaus - letztlich wieder auf Energievernichtung und sogar Spaltung(!) der Teilnehmer.
  • Konsensmodelle wie das "Systemische Konsensieren"(SK) und "Discuto" eröffnen mit einer gemeinsamen Struktur für inhaltliche Arbeit (Entwurf + Diskussion) und Bewertung(Voting) ein neues Qualitätsniveau für politische Debatten.  Beide Tools weisen Erfolge bei der Lösung konkreter politischer Probleme in einem abgegrenzten Teilnehmerkreis auf. Beide weisen jedoch Merkmale auf, die einer demokratischen Willensbildung eher hinderlich sind. Bei SK ist das das Grundprinzip "Minimieren des Widerstandes" und bei Discuto die Beschränkung auf schwarz-weiß-Entscheidungen. Beides hat weitreichende negative Konsequenzen, die nachfolgend als Einzelpunkte diskutiert werden können.

Hiermit soll ein Diskurs eröffnet werden, der aus der Analyse bisheriger Misserfolge zur Entwicklung einer zukunftsträchtigen Debattenkultur führt.

1. Fortsetzung

Discuto steht zwar auch unter grundsätzlicher Kritik - s.o.! Aber immerhin sind in Discuto einige wesentliche Aspekte einer konstruktiven Debattenkultur praktikabel benutzbar: https://www.discuto.io/de/consultation/33212

Die zur aktiven Teilnahme erforderliche Registrierung in Discuto entspricht dem allgemeinen Standard. Ein kleines Problem  gibt es mit der Autorschaft. Der Titel »Eigenlogik von „Bewegungen“«  stammt aus einer Publikation von Prof. Rucht.  Auf meine Bitte um Autorisierung hat Prof. Rucht leider nicht geantwortet. So erscheine ich (Wolfgang Schallehn) nun als "Autor", obwohl mein Beitrag nur darin besteht, seine Sicht nach bestem Wissen und Gewissen für Discuto aufzubereiten.  

Ein schon komfortablerer Zugang ist über aufstehen-leipzig geebnet: https://www.aufstehen-le.de/p/discuto.html

  Die dort verlinkten Diskurse zeigen an aktuellen Themen das Modell einer zukunftsträchtigen Debattenkultur. Ehrlich gesagt: diese Beispiele haben noch zwei störende Kinderkrankheiten: 

  1. Alle Diskurse müssten von möglichst kompetenten Spezialisten entworfen und moderiert werden. Für grob geschätzt 200(!) Politikfelder gibt es da viel Arbeit.  Die vorliegenden Beispiele sind eher aus der Sicht eines "Werkzeugmachers" gestaltet - also z.B. eher auf Übersichtlichkeit und weniger auf eine erstrebenswerte Vollständigkeit getrimmt. 
  2. Discuto steht vor Weiterentwicklungen: die Beschränkung auf schwarz/weiß-Bewertungen und gar zu viel "Luft" in Benutzer-Oberfläche sind einer konstruktiven Nutzung nicht hilfreich.

Aber diese Kinderkrankheiten sind gewiss heilbar und sollten für engagierte Einsteiger kein Hindernis sein.

 

Stimmen: 1
admin
Worum geht es?

Leider ist dein Text wohl für viele Menschen schwer verständlich. Selbst ich als Akademiker musste ihn mehrmals lesen, um halbwegs zu verstehen, worum es dir geht.

Ich versuche daher mal zusammenzufassen, was ich verstanden habe.

  1. (Linke) Bewegungen beschränken sich darauf, Missstände zu zeigen, etwas anderes zu fordern, bieten aber keine Problemlösungen an.
  2. Technik wie Soziale Medien, Foren etc. sind auch keine Lösung, da sie nur zu einer oberflächlichen Diskussion und zur "Ablage" einer Vielfalt unterschiedlicher Meinungen führen, sich aber letztlich keine Lösungsansätze daraus entwickeln. Sie dienen somit eher dazu, das bestehende System zu unterstützen und zu konservieren.
  3. Auch weitergehende Diskussionsplattformen und Abstimmungsmöglichkeiten lassen zunächst mal nur glauben, eine Beteiligungsmöglichkeit und Mitbestimmung zu haben, lassen sich aber auch leicht zur Manipulation der Masse durch einige wenige im Sinne des bestehenden Systems - oder auch eines anderen alternativen Systems - einsetzen.
  4. Demokratie und Technik haben praktisch nichts miteinander zu tun. Technik kann ein Hilfsmittel sein, um Demokratie zu leben. Voraussetzung, dass das funktionieren kann, ist aber der Wille der Menschen, Demokratie wirklich umsetzen zu wollen.

Wenn ich das so halbwegs richtig verstanden habe, dann kann ich dir da nur voll zustimmen.

All das sind die Auswirkungen unserer Konsumgesellschaft und des kapitalistischen Systems auf die Gesellschaft.

Und ja, wir müssen hier neue Ideen und Techniken entwickeln und einsetzen, um das umzusetzen, worauf wir hinaus wollen.

Wir müssen möglichst viele Menschen mitnehmen, einbinden und eben nicht versuchen, sie zu manipulieren, vor irgend einen fremden Karren zu spannen, sondern sie zum eigenständigen Nachdenken und eigenständigen Handeln zu bringen - in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Das heißt aber natürlich gerade nicht, dass alle gleichgesinnt sein sollen oder müssen. Es kann und sollte in der Gesellschaft durchaus eine möglichst große Vielfalt geben. Aber es sollte jeder verstehen lernen, dass Veränderungen des Systems im Sinne der Vielen nur möglich sind, wenn die Vielen lernen, an einem Strang zu ziehen.

Damit können wir hier durchaus in kleinen Gruppen anfangen, denke ich. Eine große Lösung wird sich nur dann entwickeln, wenn viele kleine Gruppen daran arbeiten und sich auf Wege einigen, die man in der Praxis ausprobieren und dann vielleicht als erfolgreiche Beispiele anbringen kann.

Wolfgang36
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Bitte um etwas Geduld!

Ganz einfach wird es wohl nie.  Voll einverstanden mit:

Aber es sollte jeder verstehen lernen, dass Veränderungen des Systems im Sinne der Vielen nur möglich sind, wenn die Vielen lernen, an einem Strang zu ziehen.

Damit können wir hier durchaus in kleinen Gruppen anfangen, denke ich. Eine große Lösung wird sich nur dann entwickeln, wenn viele kleine Gruppen daran arbeiten und sich auf Wege einigen, die man in der Praxis ausprobieren und dann vielleicht als erfolgreiche Beispiele abringen kann.

Um das WIE soll es im Folgenden gehen... 

Wolfgang36
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Kritik der Internet-Foren

Die klassischen "Foren", also insbesondere die Agora des Perikles in Athen und das Comitium im alten Rom, gelten als Muster für das "demokratische" Lösen gesellschaftlicher Probleme. Die Staatsoberhäupter präsentierten ihre Konzepte und erfassten die Reaktion ihres Volkes.  Als charismatische Moderatoren verstanden sie es, einerseits  diese Reaktion "einzuarbeiten", und andererseits ihr Volk zu überzeugen (ggf. zu manipulieren). Die eigentliche Bedeutung dieser Foren lag in den Ergebnissen, die als Beschlüsse des Volkes weitestgehend legitimiert waren.

Im Unterschied dazu ist für Internet-Foren typisch, dass sie nicht zu Ergebnissen führen. In aller Regel (es mag Ausnahmen geben, die diese "Regel" bestätigen) werden die Argumentationen in Internet-Foren sporadisch vertieft und verfeinert - bis sie schließlich zersplittert und unüberschaubar sind. "Informationsfriedhof" wird dazu gern gesagt, aber das ist falsch. Denn Friedhöfe sind generell übersichtlich geordnet. Es sind eher Müllhalden, wo auch die besten Ideen nicht mehr auffindbar sind.... 

Dass dies auch für die Gegenkräfte eine ernsthafte Gefahr ist, zeigte das sync-Forum der Piraten: obwohl sehr übersichtlich strukturiert, wurde es schließlich mit hunderten Themen und tausenden inhaltsreichen(!) Beiträgen physisch abgeschaltet(leider auch nicht zitierbar archiviert) - weil nach  ~5 Jahren völlig unbrauchbar.  Wer jetzt nach ~5 Monaten (!) etwas bestimmtes in den aufstehen-Foren sucht wird nicht umhin kommen, diese Gefahr auch hier als relevant zu erkennen...

Weiter auszuführen:   "absondern" und "einhaken" als typische Formen von Fehlverhalten

Wolfgang36
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Kritik der Internet-Votingtools

Die Möglichkeit, seine/ihre Stimme "abzugeben", gilt gemeinhin als Kriterium von Demokratie. Tatsächlich sind Abstimmungen in vielen Situationen der beste oder gar der einzige Weg, um zu einem Entschluss für konkretes handeln zu kommen. Die Urhoffnung ist, dass der von einer gesunden Mehrheit der Stimmen getragene Entschluss sodann der bestmögliche für die gesamte Population sei. In aller Regel(!) führen solche Mehrheitsentscheidungen jedoch dazu, dass die Unterlegenen (~49%) zu "Verlierern" werden - was meiner Meinung nach keinesfalls(!) der Sinn von Demokratie sein kann.  ((Weiter auszuführen: BREXIT, Trump-Wahl))

Noch weniger sind JA/NEIN-Votings hilfreich, wenn es um allgemeine Willensbildung oder Strategieentwicklung geht. Denn dann geht es immer(!) um das große SOWOHL-ALS AUCH!  Denn alle konkurrierenden Positionen haben haben ihren realen Hintergrund und ihre Berechtigung. Knallige Kontroversen zwischen Politikern mögen gelegentlich zur Klärung von Positionen dienlich sein - aber im politischen Tagesgeschäft sind sie nur akzeptabel, soweit anschließend an der Lösung der aufgezeigten Probleme gearbeitet wird...

Votingtools sind vermutlich meist mit besten Absichten entwickelt worden. Ihr Gebrauch führt jedoch gar zu oft zum Gegenteil. So z.B. wurde Pol_is mit eine professionellen Präsentation eingeführt. Schon die große Freiheit für das Einbringen der Statments garantierte einen unübersichtlichen und also unbrauchbaren  Endzustand. Diese einzelnen Statements konnten nur entweder Allgemeinplätze oder Spezialaspekte anbieten - in beiden Fällen konnte das Voting nicht viel bringen. Die Diskussion der Statements führte wie üblich zur Anhäufung von unstrittig beachtenswerten Argumenten - in dieser Form wiederum nur zu struktureller Zersplitterung, die letzlich alle Bemühungen zu fruchtlosen Absonderungen degradiert. Zum absoluten Rohrkrepierer (Begriff von Prinz Chaos geprägt) wird Pol_is durch die mit Künstlicher Intelligenz(LOL) betriebene Aufspaltung(!) der Teilnehmer in zwei Gruppen A und B...

Langer Rede kurzer Sinn: natürlich sind Abstimmungen wichtig und hilfreich. Aber sie lösen kein Problem.  Wenn sie nicht bewusst genutzt werden, um Probleme zu identifizieren und auf deren Lösung hinzuarbeiten, dann schaffen sie eher neue Probleme.  Dieses Dilemma zu überwinden ist die eigentliche Intention der hier erörterten Debattenkultur...

Wolfgang36
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Kritik der Internet-Konsenstools

Natürlich ist die Haupt-Schwäche der "reinen" Voting- und Diskussions-Tool längst erkannt worden: sie bringen kein Ergebnis. Die Diskussionstools bringen  bestenfalls individuellen Erkenntnisgewinn über problematische Inhalte. Und die Voting-Tools dienen zur Auswahl der besten Lösung unter aufbereiteten Inhalten. Den Weg vom erkannten Problem zum aufbereiteten Inhalt unterstützen beide nur indirekt - wenn überhaupt. Diese Lücke sollen die Konsenstool schließen.

Hauptmerkmal der Konsenstools ist, dass sie auf ein Ergebnisdokument führen, über das die Beteiligten "Konsens" erzielt haben. Das ist ein Riesenschritt in Richtung auf eine partizipative Demokratie! Das erste Problem dabei liegt allerdings schon im Begriff "Konsens".  Der Idealfall völliger Übereinstimmung ist in praxi nur selten zu erreichen. Meist wird schon von "Konsens" gesprochen, wenn (mindestens eine) Zustimmung und keine Gegenstimme geäußert wird. Diese Vorgehensweise ist für Entscheidungen im kleinen Kreis, wo sich alle Beteiligten persönlich kennen, vielfach bewährt.

Makabrer wird der "Konsens",  wenn sich eine Mehrheit über spezielle Fragen und Argumente definiert - und diese "Mehrheit" dann den Konsens für alle übrigen Fragen und Argumente zu bestimmen beansprucht. Das Muster lieferte Lenin mit dem Geniestreich, seine Gefolgschaft beim erstmaligen(!) erreichen der Mehrheit als "Bolschewiki" zu etablieren. Dieses Muster wurde immer wieder praktiziert - besonders konsequent von D. Trump...

Bislang führendes Konsenstool ist mW das „Systemische Konsensieren“(SK). Es wird mit erfolgreichen Anwendungen beworben. SK ist tatsächlich sehr hilfreich, wenn es zum Beispiel in einer Schweizer Gemeinde darum geht, die „Widerstände“ der Grundstückseigentümer gegen ein neues Skigebiet systemisch abzubauen. Dabei sind die Konfliktpunkte und die Akteure genau bekannt, so dass eine eine konkrete zielführende Arbeit möglich und erstrebenswert ist.

Für die Ausarbeitung politischer Problemlösungen oder Positionen ist SK jedoch mMn denkbar ungeeignet. Schon die Beschränkung der Bewertungen auf „Widerstände“ empfinde ich als extrem motivationsbremsend. Eine Sammlungsbewegung müsste doch auf das GEMEINSAME orientieren und dafür ZUSTIMMUNG einsammeln! Weiterhin scheint mir die Skala 1...10 mehr Probleme als Nutzen zu bringen. Ich persönlich habe gleichermaßen bei der Abgabe wie bei der Auswertung dieser Bewertungen Interpretationsschwierigkeiten - auch hier in diesem Wiki. Noch größer sind allerdings meine Bedenken gegen das Grundprinzip „Eliminieren von Widerständen“. Ob man sich da an Liebknecht/Luxemburg erinnert, oder an Stalins Opfer, oder an den ersten aufstehen-Nucleus – dieses Prinzip mündet in politischen Dimensionen wohl gar zu leicht in ein „Eliminieren der Widerständler“.

Wohlgemerkt: Diese meine Kritik beabsichtigt keineswegs eine ausschließende Verurteilung von SK. Intention ist eine objektive Sicht für Gebrauch und Weiterentwicklung von SK … insbesondere im Rahmen des AUFSTEHEN-WIKI.

Konkurrent von SK ist das in Wien entwickelte Discuto. Auch Discuto wird mit erfolgreichen Anwendungen beworben. Dabei geht es um das kollaborative Ausformen von Ergebnisdokumenten im Wechselspiel von Bewertung und Diskussion der einzelnen Abschnitte. Mit dieser kongruenten Strukturierung von Inhalt, Bewertung und Diskussion bietet Discuto einen Durchbruch zu einer zukunftsträchtigen Debattenkultur --> siehe das Nachfolgende!

Zwar erfüllt auch Discuto noch längst nicht alle Wünsche. Die Beschränkung auf schwarz/weiß-Bewertungen erschwert noch eine iteratives Zusammenführen unterschiedlicher Sichten. Und das Herausstellen von Kernaussagen gegenüber den Hintergrundinfos ist noch etwas mühsam.  Aber jedenfalls lohnt sich der Einstieg in eine methodisch fundierte Debattenkultur!

 

Wolfgang36
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Methodik der Debattenkultur

Unter dem Suchbegriff "Debattenkultur" findet man unzählige Definitionen und Ausprägungen. So geht es auch hier nur um den Blick auf historische und künftige Entwicklungen -  keinesfalls um Definitionshoheit, allenfalls um Anregung zu kritischem Mitdenken!

Gehen wir also auf die Suche nach einer zukunftsträchtigen "Methodik" für Debattenkultur
Die "Dresdner Debattenkultur" ist ein Musterbeispiel dafür, dass Debatten unter "kultivierten" Menschen auch ohne definierte Methodik zu sehr beachtlichen konkreten Ergebnissen führen können. In den "sozialen Medien" wird jedoch das Fehlen einer zielführenden Methodik zunehmend schmerzhafter spürbar. "Verrohung" von Form und Inhalt nimmt allgemein zu. Aber das eigentliche Problem ist, dass für die aktuell sehr komplexen politischen Problemfelder auch "kultivierte Menschen" keine hilfreiche instrumentelle Unterstützung finden. ((Sorry, sorry - das gilt auch für dieses Wiki))

Das universelle Grundmuster jeglicher Methodik hat R. Descartes aus dem Altertum in die Neuzeit übertragen. In Kurzfassung lautet es:

  1. Keine Voraussetzung ungeprüft hinnehmen!
  2. Das komplexe Problem in lösbare Teilprobleme zerlegen!
  3. Die Teilprobleme lösen!
  4. Die Lösungen der Teilprobleme zur Gesamtlösung zusammensetzen!

Jeder dieser Schritte erfordert vollen Einsatz der jeweils verfügbaren Kompetenz und Kreativität!  In der Mathematik wie in technischen Problemlösungsprozessen wird selbstverständlich nach diesem Grundmuster gearbeitet. Im politischen Geschehen wird zwar "im Prinzip" auch nach solcher Weise verfahren - aber eine vergleichbare stringente Formalisierung war bisher schlicht nicht möglich...

Das Zeitalter der Digitalisierung bringt auch für die Lösung politischer Probleme völlig neue Möglichkeiten. Die vier Schritte von Descartes bieten dafür einen hilfreichen Rahmen.

  1. Ausgangspunkt sollte stets eine substanzielle Situationsanalyse sein: was sind die zu lösenden Probleme, was sind die verfügbaren Ressourcen, was sind die wesentlichen Interessenlagen.
  2. Aufgaben/Projekte abgrenzen; ("Themen" als Arbeitspakete definieren); Themen in entscheidungsrelevante Kernaussagen gliedern
  3. Alle Kernaussagen via Bewertung und Diskussion inhaltlich ausformen!
    Das ist der Knackpunkt!  "Alle Kernaussagen" bedeutet, dass das PRO und KONTRA in jedem Entwurf ganzheitlich beackert wird!
  4. Die Gesamtheit der Kernaussagen als Ergebnisdokument ausformen.

Fortsetzung in Arbeit!
 

admin
Tools

Wir planen, für die Punkte 1 und 2 die Mind Mapping-Software MindMeister in unsere Websites zu integrieren.

Ich hoffe, dass wir von denen vielleicht über das Ambassador-/Affiliate-Programm eine Gratislizenz gesponsert bekommen können.

Für den Start werde ich am kommenden Montag den Vertrieb kontaktieren und schauen, ob wir mit einer Edu Campus-Version starten können, bis die Entscheidung dazu fällt. Das kommt darauf an, ob sie bereit sind, unseren Verein mit einer Schule gleichsetzen, da wir ja den Vereinszweck Politische Bildung haben. Ansonsten kostet das pro Teilnehmer für Non-Profit-Organisationen 4,12 € pro Nutzer und Monat.

Optimal wäre es auch, wenn wir das mit der TaskMeister Software als Bundle integriert finanzieren können. Und da ist dann halt die Frage, was das kostet.

Wolfgang36
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MindMapping ist schöner - Discuto ist wichtiger

Nichts gegen MindMapping!

Aber die entscheidenden Knackpunkte liegen in den Punkten 3 und 4.
Dafür jedoch liefert das Mindmapping nicht mehr als ein bisschen Spaß - tatsächlich!

Schaut euch doch wenigstens Discuto mal gründlich an: https://www.aufstehen-le.de/p/discuto.html
Discuto ist ein Riesenschritt vorwärts für die Punkte 3 und 4!
Zwar ist Discuto in Entwicklung und längst nicht perfekt - aber für die Einarbeitung in eine demokratische Debattenkultur schon jetzt konkret hilfreich!!
Und ganz nebenbei: Discuto ist in Wien mit Fördermitteln entwickelt worden, deshalb für Einsteiger in beachtlichem Umfang kostenlos, und auch in der Perspektive kostengünstig... (4,12€ pro Nutzer und Monat ist für eine Sammlungsbewegung mMn völlig undiscutabel).

Zum Thema "Debattenkultur" bitte vor allem die "Leitfäden" ansehen!
Und: alles ist noch erster Entwurf - bitte nicht nur "einhaken" und "abschießen" - sondern als Ganzes verstehen und verbessern!

 

Wolfgang36
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Debattenkultur – warum gerade jetzt?!?

„Wir befinden uns im Zeitalter der digitalen Pubertät!“ Nicht von mir, aber dennoch höchst bedenkenswert! Wir zerbrechen uns den Kopf über ethische Probleme des autonomen Fahrens, überhaupt über KI und die damit verbundenen Umbrüche. Der Mensch als solcher findet sich wieder einmal in der Rolle des Zauberlehrlings, dem ungeahnte Kräfte zugewachsen sind, die er nun zu bändigen und zu nutzen lernen muss.

Das ist schon im Umgang mit „intelligenten“ Maschinen eine Herausforderung. Aber jede Maschine hat selbstverständlich einen Notschalter, womit der Mensch ungewolltes Verhalten aufhalten kann. Im politischen Geschehen ist die digitale Pubertät noch „problematischer“. Wobei die Bändigung der künstlichen Intelligenz völlig in der Hand der Programmierer – bzw. deren Auftraggeber liegt. Das „problematischere“ sind also die beteiligten Menschen: die Auftraggeber, die Informatiker - und die politischen Akteure, die schließlich die KI mehr oder weniger sinnvoll benutzen.

Debattenkultur spielt hier eine völlig neue Rolle. Im Zielzustand werden Menschen mit Automaten über die günstigsten Lösungen für Projekte debattieren. Wohlgemerkt: wenn Automaten menschenfeindliche Lösungen finden oder gar durchsetzen, ist das in jedem Fall Schuld der Menschen, die die Automaten programmiert haben. Jetzt zeigt sich jedoch immer deutlicher, dass die aktuelle Debattenkultur der Menschen untereinander der zunehmenden Komplexität der Gesellschaft nicht mehr gewachsen ist. „Demokratische“ Prozesse sind gar zu schwerfällig, und autoritäres Entscheiden zielt auf kurzfristige „Erfolge“ - die langfristig um so größere Probleme erzeugen. Es ist also eine Menschheitsfrage, ob die digitale Pubertät in einen Reifeprozess mündet, wo die gesellschaftlichen Probleme tatsächlich in konstruktiven Debatten zwischen Menschen und Computern gelöst werden. Geschenkt wird uns da nichts...

Debattenkultur war schon immer wichtig – keine Frage. Die Maximen „Die anderen ausreden lassen!“ und „Nur zur Sache reden!“ steckten für Otto Normalverbraucher ab, was in direkten Diskussionen als „kultiviert“ gilt. Wobei einige „Erfolg“srezepte natürlich(?!) vom Durchbrechen dieser Begrenzungen leben: „Die anderen durch massives Unterbrechen aus dem Takt bringen“ oder „die Diskussion durch maximierte Redezeit dominieren“...

Politische Debatten finden heute hauptsächlich in Form von Textdokumenten statt. Das „Kulturniveau“ wird im Internet per Netiquette oder allenfalls per Geschäftsordnung postuliert. Auch hier wird der jeweilige „Erfolg“ wahlweise durch Einhalten oder Durchbrechen dieser Regeln erreicht.

Bei kritischem Hinterfragen zeigen alle diese Regeln eine erstaunliche Einseitigkeit. Sie reglementieren das „reden“ (böse Stimmen sagen: das „absondern“). Aber liegt nicht der eigentliche Sinn jeder Debatte im Zusammenführen der Beiträge zu einem irgendwie weiterverwendbaren Ergebnis?

Habermas hat für eine solche Zielführung das Modell der „idealen Sprechsituation“ entwickelt. Seine Theorie mündete allerdings in der Erkenntnis, dass die ideale Sprechsituation eine nicht realisierbare Fiktion ist, weil die dafür notwendigen idealen Sprecher nie existieren werden.

In der so von der Theorie im Stich gelassenen Praxis haben sich immerhin einige höchst bemerkenswerte Entwicklungen vollzogen. Im Kern geht es doch bei allen substanziellen Debatten um das Lösen irgendwelcher „Probleme“. Wobei das eigentliche Problem in der materiellen Realität liegt: wie kann ein Zustand in einen besseren Zustand überführt werden. In der Debatte kann das Problem natürlich nur informell „gelöst“ werden: wie kann aus den Informationen über Istzustand und Zielvorstellung eine Handlungsanleitung für den materiellen Änderungsprozess abgeleitet werden.

Es mag für viele Politikdenker eine große Überraschung sein: genau solche Problemlösungsprozesse werden in Wirtschaft und Industrie täglich und stündlich zielführend bewältigt! In der Öffentlichkeit wird das zwar nicht wahrgenommen, weil computergestütztes Konstruieren und professionelles Projektmanagement als Spielwiese von Experten gelten. Tatsächlich sind diese Grundmuster in Gebäude von Fachwissen eingebaut, die üblicherweise erst über ein (Fach-)Hochschulstudium zugänglich sind.

Aber andererseits sind die Grundgedanken so elementar und über komfortable Software so gut zugänglich, dass sie für eine zeitgemäße Debattenkultur echt hilfreich sind. Insbesondere der Umgang mit Änderungen im Projektmanagement hat sehr viel mit Politik gemeinsam. Bedeutet Politik nicht vor allem die verantwortungsbewusste Weiterentwicklung, also behutsame Änderung des Bestehenden? In Großprojekten ist Standard, dass aus unterschiedlichsten Gründen tausende Projektänderungen vorgenommen und dokumentiert werden müssen. Jede dieser Änderungen wird begründet, sodann technisch, ökonomisch, juristisch unter Einbeziehung aller Betroffenen bewertet und schließlich in die Projektplanung aufgenommen – oder verworfen. Dabei treten oft durchaus konträre Bewertungen auf. Die Debatten(!) zur Klärung dieser Widersprüche werden im Zeitalter der Digitalisierung weitgehend durch Workflows unterstützt. Soweit die „instrumentelle Seite“.

Die „menschliche Seite“ der Debattenkultur in Industrie und Wirtschaft ist unter dem Begriff „Compliance“ entwickelt worden. Die Übersetzung „Regelkonformität“ enthält die Kernaussage, dass die Workflows natürlich(!) nur dann hilfreich sind, wenn alle(!) Beteiligten ihre Rolle darin diszipliniert ausfüllen. Das mag für Außenstehende zunächst als unerfreuliche Einschränkung der persönlichen Freiheit empfunden werden. Tatsächlich jedoch erspart es allen Akteuren viel lästigen Aufwand für das Suchen und Adressieren und Kontrollieren – so dass insgesamt mehr Zeit für die eigentlich interessanten Tätigkeiten bleibt!

Diese Entwicklungen von Debattenkultur in Industrie und Wirtschaft sind in der Öffentlichkeit völlig unbeachtet geblieben. Ist das vielleicht typisch für die „digitale Pubertät“? Natürlich ist unsere Lebenswelt noch komplexer als jedes Projekt. Aber es ist doch bemerkenswert: Das Projektmanagement hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre von einer Kunst, die nur wenige Genies zelebrieren konnten, zu einer Technik entwickelt, die hauptsächlich auf dem wohlorganisierten Zusammenwirken qualifizierter Akteure beruht. In der Politik gibt es dazu viele Parallelen – und einige Unterschiede. Die bedenklichste Parallele: Auf die Genies ist kein Verlass. Einige richten inzwischen enormen Schaden an. Und die bedauerlichste Parallele: Den (mehr oder weniger) qualifizierten Akteuren fehlt das wohlorganisierte Zusammenwirken – es fehlt ein Instrumentarium und erst recht die Compliance für den sinnvollen Gebrauch des Instrumentariums. Billiger oder ohnedem ist eine eigene Kompetenz für „bessere Politik machen“ jedoch mMn nicht zu haben.

Nun wird oft postuliert, die bessere Politik müsse „von unten“ kommen. Rein rechnerisch ist das auch völlig plausibel: die Summe der Intelligenz der „Unterprivilegierten“ (I.Kant!) ist gewiss um vieles größer als die Summe der Intelligenz der „Volksvertreter“ – die zudem noch den größten Teil ihrer Intelligenz für individuellen Machterhalt verbrauchen… Eine erfolgreiche Selbstorganisation „von unten“ steht jedoch nach aller Erfahrung nicht zu erwarten. Spontan geschieht in der Basis eine grandiose Energievernichtung – früher an den Biertischen, heute in Facebook & Co. Irgendwann wird dann die Energie/Intelligenz von charismatischen Führern in „Bewegungen“ eingesammelt. Diese Bewegungen entwickeln dann ein Eigenlogik (siehe zB. https://www.discuto.io/de/consultation/33212)
die gewiss nicht nur, aber wesentlich von ihrer Debattenkultur abhängt – d.h., von der vom jeweiligen Führer geprägten Politkultur, deren Kern die Debattenkultur ist.

Eine Zwischenbemerkung. Meine ohnehin schon geringe Hoffnung auf „von unten“ wachsende gesellschaftliche Strukturen ist durch einen Bericht über die Favelas in lateinamerikanischen Großstädten völlig ausgelöscht worden. Diese Favelas sind lange Zeit völlig unorganisiert gewachsen. Wer eine Wohnung brauchte, suchte sich eine (minimale) freie Fläche, beschaffte sich Material, baute nach seinen Möglichkeiten. Baugenehmigungen hatten Seltenheitswert. Die Zustände wurden im Laufe der Zeit immer dramatischer: Hygiene, Müttersterblichkeit, Kriminalität usw. wurden unerträglich. Für eine Behebung des Elends „aus sich heraus“ bestand keine Aussicht. Die Rettung bewirkten schließlich dann doch die örtlichen Regierungen. Sie bauten Rolltreppen und Seilbahnen in Schneisen durch die Favelas. Plötzlich waren frühere Nogo-Areas wieder für Ärzte, Polizisten und andere Dienstleister zugänglich. Dem Bericht nach hatte ein massiver Eingriff von außen tatsächlich eine nicht für möglich gehaltene grundlegende Verbesserung bewirkt.

Womit wir wieder bei der Eingangsfrage „Warum jetzt?“ sind. Klare Antwort: weil wir JETZT völlig neue Herausforderungen UND völlig neue Möglichkeiten haben. Der Fußabdruck der Menschheit ist dabei, unsere einzige Erde für Menschen unbewohnbar zu machen. Wer kann noch Klimaveränderung, Artensterben, Vermüllung, Vergiftung von Böden, Wasser und Luft, Kriegsgefahr, soziale Verwerfungen uswusf ignorieren??? Die neuen technischen Möglichkeiten reichen hoffentlich noch aus, die finale Katastrophe zu vermeiden. Aber auf jeden Fall ist es dafür nötig, alle Kräfte primär für die Bewältigung der gemeinsamen, der alle betreffenden Probleme gezielt einzusetzen. Doch das wiederum wird erfordern, dass die Partikularinteressen in ihrer unendlichen Vielfalt unter dem Primat des GEMEINSAMEN abgeglichen und befriedigt werden. Und das wiederum ist eine äußerst komplexe Optimierungsaufgabe.

Diese Optimierungsaufgabe ist zwar selbst bei bestmöglicher Debattenkultur nur näherungsweise lösbar. Aber auch hier liefert die Entwicklung der technischen Wissenschaften ein hilfreiches Vorbild. Bekanntlich beruhen alle technischen Berechnungen auf Annahmen über Belastungen und Materialeigenschaften, die mit gewissen Unsicherheiten behaftet sind. Die praktischen Erfahrungen liefern die tröstliche Gewissheit, dass man mit Unsicherheiten sehr gut leben kann, wenn man sie im gestaltenden Prozess bewusst berücksichtigt.

Dieses „im gestaltenden Prozess bewusst berücksichtigen“ stellt sich in der Praxis höchst unterschiedlich dar. Die Bedingungen, Maßstäbe, Ressourcen, Akteure … sind freilich immer wieder „ganz andere“. Das gilt schon für die unzähligen „kleinen Kreise“, von denen nur die wenigsten Aussicht auf Außenwirkung haben. Gewichtiger sind da schon die Parteien und Bewegungen in den einzelnen Staaten, wo einzelne Charismatiker und Politclowns immer wieder schaffen, »die Leute daran zu hindern, sich um das zu kümmern, was sie angeht.« Und dramatisch existenzbedrohlich wird das Fehlen einer Debattenkultur im globalen Maßstab. Die EU könnte/sollte/müsste eine Vorbildrolle spielen, wie die „Weisheit der Vielen“ für die Bewältigung der zunehmend komplexeren Realität einbezogen werden kann. Aber weder „von oben“ noch „von unten“ werden dazu „gestaltende Prozesse“ in Betracht gezogen. Vermutlich ist die Debattenkultur darin zwar auch nur eine Komponente, die jedoch das Zusammenwirken der anderen Komponenten entscheidend unterstützen kann. Ich vergleiche die Debattenkultur gern mit dem Bindegewebe, dessen funktionstragende Rolle für den menschlichen Organismus ja auch erst in jüngster Zeit erkannt wurde. Und das wiederum scheint mir als wichtiger, vielleicht sogar alles entscheidender Hinweis daraus, was den Befreiungsorganisationen und den Entwicklungsländern immer wieder fehlt.

Die Antwort auf „Warum jetzt?“ ist also unbedingt mit dem „WIE denn nun?“ zu verbinden. Debattenkultur heißt also vor allem, auf zeitgemäße1. Art mit Ungewissheiten2. konstruktiv3. umgehen. Die Crux ist: Debattenkultur braucht hilfreiche Instrumentarien – und Akteure, die diese Instrumentarien lokal und global zielführend nutzen.

Was im JETZT als Methodik und Instrumentarium für eine zeitgemäße Debattenkultur entwickelt werden sollte, ist im Kapitel „Was meint hier Debattenkultur“ skizziert.

Wolfgang36
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Was meint hier „Debattenkultur“?

Ich werde mich hüten, einen Begriff „Debattenkultur“ normativ definieren zu wollen. Debattenkultur hat in meiner Sicht viel mit Menschenwürde zu tun. Und aus vielen Quellen vereinfacht resümiert: Menschenwürde darf man nicht normativ definieren, weil jede Normung eine Einengung bedeutet – und Menschenwürde darf nicht eingeengt werden...

Ich werde also versuchen, meine Sicht auf Wesensmerkmale von Debattenkultur darzustellen. Diese zunächst rein persönliche Sicht ist damit zur Diskussion gestellt. Dabei bin ich mir vieler Probleme bewusst. Meine Basisintention ist, dass DebattenKULTUR dem GEMEINSAMEN dienlich sein müsse. Also: alle „Techniken“, die Partikularinteressen in irgendwie menschenunwürdiger Weise durchsetzen, sind damit abgewählt... Eine große Einschränkung ist auch, dass hier nur „digital“ geführte Debatten betrachtet werden. Zu face-to-face-Debatten besteht ein enger Zusammenhang, der hier jedoch nur gelegentlich angedeutet werden kann.

Grundprinzip der hier vertretenen Debattenkultur ist eine durchgängig tiefgreifende Strukturierung der Inhalte und der Prozesse bei politischer Willensbildung und Entscheidungsfindung. Sinnvoll eingesetzte Digitalisierung macht es möglich, dass dieses seit den letzten Jahrzehnten in Wirtschaft und Technik spektakulär erfolgreiche Grundprinzip nunmehr gleichermaßen als Stütze partizipativer Demokratie wirkt – und zwar zumindest hilfreich, auf längere Sicht jedoch sogar als unverzichtbare Basis. Um das Resultat vorweg zu nehmen: Diese Debattenkultur wird von dem in Wien entwickelten Internetportal Discuto in wesentlichen Teilen, wenn auch leider noch längst nicht vollständig und perfekt, erfolgreich unterstützt.

Strukturierung der Debatten

Die einzelnen Formen von Debatten werden heutzutage recht unterschiedlich bezeichnet und gebraucht. Ohne Anspruch auf normative Gültigkeit werden nachfolgend folgende Definitionen verwendet:

  • Debatte: Oberbegriff für Auseinandersetzungen und Abwägungen zu komplexen Problemen oder Politikfeldern oder ähnlichem.
  • Diskurs: Eine nach Inhalt, Abstraktionsebene und Zeithorizont abgegrenzte Debatte, die grundsätzlich zu einem Ergebnis(-Dokument) führt.
  • Diskussion: Gesamtheit der Beiträge/Kommentare zu einem speziellen Diskussionspunkt. Innerhalb eines Diskurses können die Inhalte durch Diskussion ausgeformt werden.
  • Disput: Inhaltliche Auseinandersetzung zwischen zwei Personen – meist im Rahmen einer Diskussion.

Strukturierung der Inhalte

Grundidee konstruktiver Debattenkultur ist, dass einerseits klar abgegrenzt wird „worum es jeweils konkret geht“ - und dass andererseits gleichzeitig die Beziehungen zwischen den so abgegrenzten Bereichen handlich verlinkt werden. Dazu wird die Gesamtheit der Debatten in Diskurse gegliedert. Jeder Diskurs ist auf eine nach Inhalt, Abstraktionsebene und Zeithorizont abgegrenzte Thematik fokussiert. Gegenwärtig gibt es mindestens 200 Problem- oder Politikfelder, die als Gegenstand solcher Diskurse in Betracht kommen.

Jeder Diskurs soll die jeweilige Thematik ganzheitlich erfassen. Dazu wird der Inhalt für jeden Diskurs in Statements gegliedert, die jeweils genau eine entscheidungsrelevante Aussage enthalten. So und nur so ist es möglich, dass Bewertung und Diskussion dieser Statements tatsächlich zielführend erfolgen. Wobei „ganzheitlich“ selbstverständlich (?!!) bedeutet, dass neben den PRO-Aussagen auch die wesentlichen KONTRA-Aussagen als Statements zu Bewertung und Diskussion zu stellen sind.

Jedes Statement wiederum wird gegliedert in

  1. Die eigentliche Kernaussage, die an diesem Ort zur Bewertung und Diskussion gestellt werden, um einen bestimmten Aspekt der Thematik zielführend zu behandeln, und
  2. optionale Hintergrundinformationen, die die Kernaussagen gegen Missdeutung absichern und die Verbindung zum jeweiligen Großen Ganzen herstellen.

Dieses Herausstellen der Kernaussagen als das eigentlich Wesentliche bedeutet für alle Beteiligten, also für die Autoren/Moderatoren wie für die Teilnehmer, eine große Herausforderung. Aber genau das ist der Weg, auf dem tatsächlich alle Kompetenz für die Entscheidungsfindung zur Wirkung gebracht wird.

 

Rollen der Akteuren

Teilnehmer ist jede natürliche Person, die in einen Diskurs hineinschaut. Alle Teilnehmer sind aufgefordert, aktiv durch Bewertung und Diskussion (als → Diskutant) der Statements mittelbar an der Ausformung des gemeinsamen Ergebnisdokumentes mitzuwirken. Wobei jeder Teilnehmer in der Vielfalt der Themen/Diskurse zunächst als „schneller Leser“ versucht zu klären, in welche Diskurse sich ein tieferes Einsteigen als „gründlicher Leser“ bzw. Diskutant lohnt… Aber: weil die Zeit bei den meisten Diskursen sowieso nur zum schnellen Lesen ausreicht, wird jeder kultivierte ;-) Teilnehmer bei jeder Gelegenheit den Stimmen der Vernunft durch seine Bewertung ein Gewicht hinzufügen!

Diskutant ist jeder Teilnehmer, der durch Diskussionsbeitrag/Kommentar auf Formulierung, Löschung oder Hinzufügung von Statements Einfluss nimmt. Alle Diskutanten sind aufgefordert, ihre Beiträge zielführend, klar und kurz genau an der richtigen Stelle einzubringen.

Disputant ist jeder Diskutant, der sich mit einem anderen Diskutanten über mehr oder weniger genau definierte Streitpunkte auseinander setzt. Leider sind solche Dispute sehr häufig, aber nur selten für den Diskurs hilfreich.

Autor ist jede natürliche oder ggf. juristische Person, die mit einem Entwurf einen Diskurs eröffnet.

Moderator ist eine natürliche Person, die den Entwurf unter Berücksichtigung der Bewertungen und Diskussionen nach bestem Wissen und Gewissen zu einem Ergebnisdokument ausformt. In aller Regel sind die Moderatoren bereits als Autoren an den Entwürfen beteiligt. Ggf. können an einem Diskurs mehrere Moderatoren arbeitsteilig tätig sein. Mit der Orientierung „nach bestem Wissen und Gewissen“ ist allerdings ein Konfliktpotenzial angedeutet, welches im jeweiligen Umfeld per Absprache oder Geschäftsordnung zu regeln ist – und als Appell zu kultiviertem Verhalten aller Akteure zu verstehen ist.

Ablauf eines Diskurses

Ein Entwurf steht am Anfang jedes Diskurses. Der Entwurf soll in aller Regel von kompetenten Fachleuten erstellt werden und im Idealfall bereits die wesentlichen Bestandteile des Ergebnisdokumentes enthalten. Bei geringerer Qualität des Entwurfes wird der Diskurs mehr Zeit und Mühe erfordern – das Ergebnis wird in jedem Fall der von Autoren und Teilnehmern eingebrachten Gesamtkompetenz entsprechen. Im Extremfall könnte ein Diskurs sogar mit einer einzigen Frage eröffnet werden. In diesem Fall wäre allerdings zu empfehlen, ein Brainstorming voranzustellen und dessen Ergebnis als Entwurf zu verwenden.

Der Teilnehmerkreis kann je nach Thema sehr unterschiedlich sein. Standard ist nach wie vor ein Kreis eingeladener, also persönlich bekannter Teilnehmer. Für partizipative Demokratie wäre ein solche Einschränkung jedoch nicht akzeptabel. Es muss dann also mit offenen Gruppen gearbeitet werden. Dabei sind die jeweils zeitgemäßen Vorkehrungen gegen Trolle und Störfeuer zu treffen. In Zukunft wird vermutlich Standard sein, dass ein- und dieselbe Thematik (oder sogar: ein- und derselbe Entwurf) in konkurrierenden Diskursen von unterschiedlichen Teilnehmergruppen behandelt wird. Dann kommt als wesentliche(!) neue Phase das Vergleichen und Zusammenführen der unterschiedlichen Ergebnisse (Profile?!) hinzu.

Die eigentliche Debatte beginnt mit Bewertung und Diskussion der Kernaussagen/Statements durch die Teilnehmer. Im Zeitalter der Digitalisierung ist Standard, dass die Teilnehmer ihre Beiträge in elektronische Formulare posten. Dafür gibt es zahlreiche Foren mit unterschiedlichem Komfortniveau – und vielfältigen Entwicklungsperspektiven, über die im Detail später zu sprechen ist.

Zweck der Debatte ist, die „Weisheit der Vielen“ in die Qualität der Ergebnisse einfließen zu lassen. Dabei treffen wir allerdings auf einen wesentlichen Unterschied zu vergleichbaren Prozessen in Wirtschaft und Technik. Dort ist bei jeder Frage weitgehend klar, an wen sie gerichtet werden muss. Fachplaner, Ökonomen und Juristen aller Richtungen haben wohlstrukturiertes Fachwissen, das per mehr oder weniger formalisierter Workflows zielgerichtet abgefragt werden kann. Für die Weisheit der Vielen ist jedoch charakteristisch, dass sie an vielfältige Strukturen und Sprechweisen gebunden ist. Kein Fragesteller, und ein solcher ist ja der Autor/Moderator in dieser Situation, kann diese Vielfalt vorhersehen und konkret berücksichtigen. Also muss eine Möglichkeit geschaffen werden, substanzielle Übereinstimmung auch dann auszudrücken bzw. zu erfassen, wenn die Beteiligten an unterschiedliche Sprechweisen gewöhnt sind. Meine Lösung dafür wäre, neben der Bewertung JA eine Option „im Prinzip JA, allerdings...“, und neben dem NEIN eine Option „im Prinzip NEIN, immerhin ...“ anzubieten. Damit wäre die Brücke gebaut, auf der das GEMEINSAME in den Vordergrund gerückt wird, und die Unterschiede später geklärt werden können. Das ist der Kern der hier propagierten Debattenkultur!

Das größte Problem mit neuen Teilnehmern ist bislang, dass diese sich scheuen, die „Selbstverständlichkeiten“ zustimmend zu bewerten. Dabei stecken gerade darin die substanziellen GEMEINSAMKEITEN, die herauszuarbeiten das eigentliche Hauptanliegen der Diskurse ist. Die übliche Verhaltensweise der „Einhaker“, einen Text zu überfliegen und dann nur „interessante“ Stellen zu bewerten und zu diskutieren, ist offenbar(!) für gemeinsame Willensbildung denkbar kontraproduktiv… Die zeitgemäße Debattenkultur bedeutet also eine große Herausforderung an alle Teilnehmer, sich zu allen für sie irgendwie relevanten Statements definitiv zu äußern. Was auf der Agora in die Entscheidungsfindung des Perikles als „Volksgemurmel“ einfloss, kann nun im Zeitalter der Digitalisierung via Bewertung und Diskussion zur Verständigung der Teilnehmer untereinander(!) und sodann als Richtschnur für die Ausformung der Ergebnisdokumente zur Wirkung gebracht werden. Wer sich da noch auf „einhaken“ und „absondern“ beschränkt, macht sich schuldig!

Die Diskussion der Statements wird zur Gemeinschaftsarbeit, indem jeder Teilnehmer auch zu jedem Diskussionsbeitrag Zustimmung im Sinne von „soll eingearbeitet werden“ oder Ablehnung im Sinne von „soll nicht berücksichtigt werden“ einbringen kann und soll!

Die Moderatoren sollen dann die Diskussionsbeiträge unter Berücksichtigung aller Bewertungen nach bestem Wissen und Gewissen in den Entwurf einarbeiten. Wobei übrigens abgelehnte Statements durchaus mit ihrer Ablehnung im Ergebnisdokument erscheinen sollen. Dies soll einen gegenseitig respektvollen Umgang zwischen Mehrheiten und Minderheiten fördern.

Nüchtern betrachtet ist damit zu rechnen, dass die Moderatoren auch nach bestem Wissen und Gewissen nicht immer Übereinstimmung mit den Teilnehmern erreichen. Bei wesentlichen Meinungsverschiedenheiten bleibt als einzig faire Möglichkeit, den Diskurs zu „forken“, d.h. eine Kopie des Diskurses mit konkurrierenden Moderatoren weiterzuführen. Das gilt jedoch als „Notbremse“, die viel Energie verbraucht und wirklich nur im Notfall betätigt werden sollte.

Ergebnis des Diskurses

Primäres Ergebnis jedes Diskurses ist das, was aus dem Entwurf nach Einarbeitung der Bewertungen und Diskussionen entstanden ist. Das sind also die mehr oder weniger veränderten Kernaussagen – mit ihren Bewertungen und Hintergrundinformationen. Derzeit ist eine derart strukturierte Form nicht allgemein üblich – also wird in aller Regel eine redaktionelle oder sogar belletristischen Nachbearbeitung angebracht sein.

Die Wirkmöglichkeit der Diskurs-Ergebnisse hängt natürlich völlig vom sozialen Umfeld ab. Im Idealfall entsteht so bzw. daraus ein Projektkonzept oder sogar ein Gesetzestext mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Die selben hochqualifizierten Argumentationen können jedoch völlig wirkungslos bleiben, wenn sie nämlich den jeweils dominierenden Machtverhältnissen zuwider laufen.

Folglich muss jegliches Engagement für Debattenkultur als Beitrag zur Kultur der Menschheit im weitesten Sinne verstanden und gefördert werden.

Debattenkultur braucht und setzt neue Maßstäbe

Wie alle Vergleiche hinkt der folgende, aber er hilft (hoffentlich). Schon die agricultura als Wortursprung von Kultur war ja durch die Einführung von Werkzeugen in der Landwirtschaft charakterisiert. Heute bezieht sich „Kultur“ meist nur im übertragenen Sinne auf diese Herkunft. Aber viele Verbindungen wie Projektkultur, Stadtkultur uvam. sind ohne hilfreiche Werkzeuge überhaupt nicht denkbar. Und vergleichbares gilt für die Debattenkultur: lange Zeit hatte sie nur im übertragenen Sinne mit agricultura zu tun. Doch urplötzlich ;-) bietet die Digitalisierung eine Möglichkeit, die Grundprinzipien der klassischen Agora auch in den tausendfach vergrößerten Maßstäben der modernen Gesellschaft zielführend zu zelebrieren.

Die oben skizzierten Merkmale und Funktionalitäten sind m.W. noch nirgends umfassend realisiert. Ich sehe da eher den Anfang für eine perspektivische Entwicklung einer neuen Kategorie von Standardsoftware. Das in Wien entwickelte Internet-Portal Discuto ist mit der organischen Kopplung von Voting mit Diskussion ein Riesenschritt in die richtige Richtung:

  1. Fokussierung der Debatten auf bestimmte Themen/Diskussionen/(Diskurse!);
  2. Start jedes Diskurses mit einem Entwurf, aus dem das Ergebnisdokument entwickelt wird;
  3. Jeder Entwurf wird tief gegliedert in Absätze/Paragraphen/(Statements!), die einzeln bewertet und diskutiert werden können und sollen;
  4. Auch jeder Diskussionsbeitrag kann und soll von den Teilnehmern, bewertet werden: „soll berücksichtigt werden“ - oder eben nicht!;
  5. Hilfreiche Komfortfunktionen: Import des Entwurfes, rtf- und html-Editor, Form-Optionen für Ergebnisdokument, Navigationsbaum, Mailservice, Aktivitätsanreiz u.a.m.

Damit ist Discuto für die Ausformung von Dokumenten im Rahmen überschaubarer Teilnehmer­Gruppen schon jetzt sehr hilfreich. Eine Debattenkultur für die gemeinschaftliche Willensbildung in größeren Populationen braucht jedoch einiges mehr...

Die ersten offenen Wünsche an Discuto sind:

  1. Um ein Zusammenführen des GEMEINSAMEN aus unterschiedlichen Positionen zu unterstützen, sollten neben der schwarz-weiß - Bewertung der Statements mit JA/NEIN generell auch bedingte Bewertungen im Sinne „Im Prinzip JA, allerdings...“ bzw, „Im Prinzip NEIN, immerhin...“ erfasst und berücksichtigt werden;
  2. Das Abgrenzen der Kernaussagen zu den Hintergründen sollte direkt unterstützt werden;
  3. Die Moderatoren brauchen mehr Unterstützung (Notbremsen …);
  4. Zu jeder Thematik können parallele Diskurse mit unterschiedlichen Teilnehmerkreisen nötig sein, deren Ergebnisse dann wieder verglichen und zusammengeführt werden.

Ungeachtet dieser Wünsche, zu denen im Laufe der Entwicklung gewiss noch viele weitere kommen werden, ist Discuto als Einstieg in eine zeitgemäße Debattenkultur hervorragend geeignet und dringend zu empfehlen. Zusammenfassend sei nochmals betont:

  • Eine zeitgemäße Debattenkultur ist dringend notwendig! Sie braucht hilfreiche Instrumentarien und kompetente Akteure – beides kann nur in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess entstehen.
Werner Noske
Vergleich Discuto / Aufstehen-Wiki

Boah Wolfgang,

ich bin ja schon bekannt dafür, dass ich immer viel zu lange Texte schreibe. Aber du übertriffst mich da noch um Längen smiley.  Wer soll das alles lesen?

Ich habe aus dem Ganzen als Fazit in einem Satz entnommen, dass du (bislang) auf Discuto setzt - für die strukturierte ergebnisorientierte Diskussion. Wie ich gesehen habe, versuchst du das ja auch auf der Leipziger Website voran zu treiben.

Ich habe mir Discuto gestern nun endlich mal etwas angesehen und sehe nicht, dass es deutlich weiter ist als die bereits hier in unserem Aufstehen-Wiki realisierte Technik, die du ja noch gar nicht wirklich kennst.

Beide Systeme haben aber das gleiche Grundproblem:

Es müssen die Wenigen, die überhaupt an sachlich fundierter Diskussion und Ausarbeitung von Themen interessiert sind, an die dafür am besten geeignete Plattform heran geführt werden.

Denn es fehlt eindeutig sowohl hier als auch bei deinen angefangenen Diskussionen auf Discuto noch an einer größeren Anzahl der von dir oben genannten kompetenten Akteure.

Und es ist da nicht sehr hilfreich, wenn wir die noch auf alle möglichen Plattformen verteilen, auch wenn wir derzeit sicher noch nicht die Ideallösung haben.

Deshalb möchte ich mit dir gerne mal ein Ergebnisdokument in unserem Wiki zum Thema Vergleich Discuto / Aufstehen-Wiki starten, um zu sehen, was noch fehlt, um dich von Discuto weg zu bringen.

Mehr dazu folgt in Kürze...

admin
Debatte bzw. Diskurs zu Discuto / Aufstehen-Wiki

So - ich habe jetzt mal eine Debatte - bzw. nach Wolfgangs Definition oben einen Diskurs - hier im Aufstehen-Wiki angelegt, die bzw. den wir nutzen können, um den Vergleich mit Discuto auszuarbeiten und dann abzustimmen, welches Tool für uns geeigneter ist.

Ihr findet die Debatte im Themenmenü (das ist das mit dem dunklen Hintergrund, am Handy mit den 3 Strichen aufzuklappen) - dort unter Debatten als Unterpunkt.

Der direkte Link (nach Anmeldung) ist:  https://Aufstehen-Wiki.de/info/vergleich-discuto-aufstehen-wiki

Wie ihr seht habe ich dort einen Container angelegt, in dem steht, worum es da geht.

Darin seht ihr dann die einzelnen Kapitel zur Diskussion als Links im Kasten Themen.

Ihr könnt die einzelnen Kapitel lesen, wenn ihr auf die jeweilige Überschrift klickt.

Zurück kommt ihr über die Container-Überschrift im jeweiligen Kapitel.

Diejenigen, die ich als Wiki-Schreiber freigeschaltet habe, können die jeweiligen Kapitel direkt bearbeiten.

Wolfgang, der gesamte Vorstand und andere, die das mal angefordert haben, sollten das können.

Wolfgang, ich würde dich bitten, wenn in Bezug auf Discuto irgendwas falsch ist, was ich da geschrieben habe, das direkt zu korrigieren. Ich habe mir das nur oberflächlich angeschaut. Du steckst da sicher tiefer drin.

Wenn es Fragen gibt, bitte in die Kommentare schreiben.

Bezüglich der Abstimmungen bitte im Hilfemenü schauen und die zugehörige Seite lesen.

Man kann auch unten auf Neues Kapitel klicken und so einen weiteren Diskussionspunkt schreiben - z.B. zum Vergleich. Alternativ kann man auch einen Neuen Container innerhalb des Containers erzeugen.

  • des Layouts auf großen PC-Bildschormen,
  • der Usability auf Smartphones,
  • weiteren notwendigen Funktionalitäten,
  • usw.

Sortierung der Kapitel im Container

Im Container gibt es vor den Kapitelüberschriften einen kleinen, momentan kaum erkennbaren Punkt.

Den kann man mit der Maus greifen und nach oben oder unten ziehen, um die Kapitelreihenfolge zu ändern. Wenn sie dann richtig ist, muss man auf Speichern klicken. Nur dazu ist dieser Knopf da.

Monika Hartmann
Debattenkultur

Lieber Wolfgang, ich möchte mich jetzt einmal dazwischendrängen. Die Eröffnung Deiner Debattenkultur hat mich einige Stunden beschäftigt. Ich habe in der Geschichte gewühlt, mich wieder mit Marx beschäftigt u.s.w. Nachdem ich zu einigen Erkenntnissen aus heutiger Sicht gekommen war stellte ich mir die Frage, was bringt es mir und meinen Mitstreitern in Sachsen-Anhalt momentan für die Aufrechterhaltung der Sammlungsbewegung "Aufstehen". Was bringen uns zur jetzigen Zeit diese tiefgründigen Auseinandersetzungen mit den von Dir benannten Begrifflichkeiten und dem Erkennen der vielfältigen Zusammenhänge. Auch Werner Noske versuchte ich nahe zu bringen, ob es nicht sinnvoll wäre eine zeitgemäße Debattenkultur anzustreben. Diesen Weg scheinen wir ja jetzt zu begehen.

Deine Werbung für Discuto habe ich versucht nachzuvollziehen. Wie bereits gesagt arbeitet Leipzig bereits als Portal damit. Gleiches gilt auch für Sachsen-Anahlt. Die von Dir verfassten Leitfäden für Discuto hab ich mal quer gelesen und finde sie recht verständlich. Wenn ich darf würde ich gern diese Dokumente in Sachsen-Anhalt ins Gespräch bringen. Mit Deiner Anleitung möchte ich die Debattenkultur in unserer Region gern anschieben. Es muß nur verständlich an die wirklich Interessierten herangetragen werden. Wir haben bereits einige klare Vorstellungen (technologisch/strukturell/thematisch) wie wir Sachsen-Anhalt innerhalb der Bewegung "Aufstehen" sinnvoll integrieren könnten. Zirka 20 bis 30 Personen sind im Moment landesweit recht verläßlich. Die sich entwickelnde Struktur muß gefestigt und ausgebaut werden. Auch bundesweit sind wir aktiv. Unsere konkrete Überlegung geht dahin, "Aufstehen" als eine Bewegung zu sehen, die mit anderen Bewegungen, Initiativen, Bündnissen kooperiert.

Unsere Diskussion läuft im Forum bei Wiki. Diese Plattform sehen wir nach wie vor als technologisches Bindeglied zwischen den anderen Plattformen, Tools, Facebook usw. Wir sollten gemeinsam herausfinden was momentan im technologischen Bereich für uns alle nachvollziehbar, verbindend und bezahlbar sein kann.

Ich bin gespannt auf eine weitere Diskussion. Theorie und Praxis sollten wir in diesem Rahmen gut miteinander verknüpfen.

Werner Noske
Discuto / Aufstehen-Wiki

Liebe Monika,

bevor du die Reklame für Discuto bei euch weiter verbreitest, möchte ich dich als Vorstandsmitglied unseres Vereins doch darum bitten, dich erst mal an der von mir im Wiki angestoßenen Debatte um einen Vergleich von Discuto und unserem eigenen bereits hier im Wiki enthaltenen Debattentool zu beteiligen.

Ich habe mich bislang nur grob mit Discuto auseinandergesetzt, habe aber den Eindruck, dass unser eigenes Debattentool schon jetzt mindestens genauso gut ist - in Teilen sogar besser.

Ich habe das Tool momentan nicht weiter gepusht, weil sich eh keine Sau dafür interessiert hat, Sacharbeit leisten zu wollen.

Discuto ist keine Open Source Software, sondern ein Tool, mit dem die Erstellerfirma Geld verdienen will! Damit machen wir uns in Bezug auf sinnvolle Anpassungen und Verbesserungen vom Good Will dieser Firma abhängig. Das sehe ich als den größten Nachteil an.

Daran ist bereits der EInsatz von Pol.is gescheitert. Und wir sollten so eine Blamage nicht einfach mal so  wiederholen.

Ich bin gerade dabei, dazu etwas in unserer Facebookgruppe zu publizieren und dort zu zeigen, wie das mit dem Debattentool bei uns funktioniert, um mehr Menschen dazu zu bringen, sich mit Online_Debatten überhaupt mal zu beschäftigen.

Ich habe Wolfgang und den Vorstand für die Nutzung dieses Teils im Wiki freigeschaltet und hoffe, dass ihr dabei mithelft, im Team die beiden Tools wirklich mal miteinander im Echttest zu vergleichen.

Ich möchte nicht, dass es wieder mal heißt, wir wollen ja nur besser sein und uns in den Vordergrund spielen.

Aber wir unterhalten uns ja gerade darüber, ob es überhaupt noch einen Sinn hat, mit Aufstehen und der Idee der politischen Bildung weiter zu machen.

Wenn wir dafür noch Menschen finden können, dann denke ich, sollten wir uns nicht immer wieder verzetteln und bei technischen Entscheidungen im Verein zumindest mal den technischen Vorstand befragen, bevor man in den Ortsgruppen etwas verbreitet. Ansonsten können wir uns den Verein wirklich sparen.

Das Freischalten mache ich sonst nur bei denen, die die Freischaltung explizit angefordert haben, so wie es im Hilfe-Artikel unter Nach der Registrierung steht. Aber auch das liest wohl anscheinend nicht wirklich einer. Ist offenbar schon zu mühsam... :-)

Wir sind halt gewohnt, immer auf alles mit der Nase gestoßen zu werden. Das ist das Grundproblem im unserer reizüberfluteten Konsumgesellschaft - und damit auch bei Aufstehen.

So wie ich das sehe, arbeitet in Leipzig auch nur Wolfgang mit Discuto und versucht daher, auch hier mehr Reklame dafür zu machen. Alle anderen haben bislang, so wie ich das gesehen habe, auch nur die üblichen Kommentare abgegeben. Von einer echten Sacharbeit ist dort genauso wenig zu sehen wie bei uns hier.

Andre Marko hatte das im Dezember mal zusammen mit mir versucht. Wir haben es dann aber vorerst auch beide wieder aufgegeben - mangels Beteiligung weiterer...

Monika Hartmann
Debattenkultur

Hallo Werner, danke für Deine Reaktion. Ich will hier keine Reklame machen, wollte nur eine diesbezügliche Diskussion in Gange setzen. Zumindest konnte ich das Angebot von Wolfgang anhand seiner Erläuterungen ein wenig nachvollziehen. Ich brauch immer etwas zu lesen, woraus ich für mein Verständnis entsprechende Zusammenhänge bauen kann. Das hat Wolfgang mir mit seiner DiscutoDiskussion geboten. Deswegen weiß ich aber noch lange nicht wie dieses Tool in Praxis funktionieren soll. Mein Lernprozess funktioniert am besten, über eine Anleitung ins praktische umsetzen zu können. Ich glaube das geht vielen Menschen so. Deshalb ist Dein Vorschlag sicher die beste Variante, um uns anzunähern, hinsichtlich der Nutzung von Tools. Fordere für Deine angebotene Testphase das Interesse ein und mach zwei/drei Terminvorschläge Dann können wir die angebotene Möglichkeit im Test praktizieren. Vielleicht erklärt sich Andre Marko ja auch noch einmal bereit. An wieviel Testpersonen dachtest Du, um einen Effekt zu erreichen ?

Werner Noske
Anleitung zum Debattentool

Es geht dabei weniger um einen Test, sondern mehr darum, den praktischen Einsatz des Tools an diejenigen heran zu führen, die generell bereit sind für Online-Debatten und -Abstimmungen.

Wie du schon sagtest, brauchen wir dafür eine Betriebsanleitung, damit sich die Leute trauen. dabei mit zu machen - auch wenn das ja nicht viel anderes ist als hier im Forum zu schreiben.

Die Anleitung schreibe ich gerade und veröffentliche sie in den nächsten Tagen Stück für Stück als E-Learning Lektionen auf unsere Facebookgruppe https://www.facebook.com/groups/aufstehen.bundesverein/ und auch hier im Wiki.

Die Nutzung des Systems geht dann ja asynchron hier auf der Plattform vor sich. Dafür brauchen wir also auch keine Terminvorschläge, sondern halt nur den Willen, aktiv und zeitnah mit zu machen.

Ich hoffe, dass da Wolfgang, Harald und Guido auf jeden Fall mitmachen werden und vielleicht auch noch einige weitere aus dem verbliebenen Facebooksumpf.

Tomas Strobel ist ja auch immer noch aktiv mit seinem Gruppentag und konkretisiert seine Vorstellungen davon. Wenn er und einige andere dann anhand der Anleitung vielleicht mal verstehen, dass wir letztlich das gleiche wollen und uns nicht ständig als Konkurrenz betrachten, kommen wir möglicherweise auch mal etwas voran in der echten Vernetzung von der Basis her.

Harald
Aufstehen-Wiki / Debatte

Nachdem ich unlängst den Eindruck hatte, dass hier im Aufstehen-Wiki auch nicht mehr viel los ist, bin ich jetzt total erstaunt (und angenehm überrascht) über die Lebendigkeit und Tiefgründigkeit, die hier stattfindet.

Ich möchte mir daher erlauben, auch diese Plattform kurz beim Treffen aller Thüringer Aufstehen-Gruppen am 1.6. in Erfurt vorzustellen (ohne Wertung von Debattentools). Ich hoffe, dagegen gibt es nichts einzuwenden.

admin
Vorstellung der Plattform

Hallo Harald,

es freut mich, dass du unsere Plattform bei euch in der Region vorstellen möchtest.

Ich unterstütze dich gerne dabei und habe keine Bedenken, wenn du Screenshots machst.

Ich werde die oben angesproche Anleitung für unser Debattentool in den nächsten Tagen auch als PDF.Datei aufbereiten und direkt hier auf der Plattform und auch auf unserer allgemeinen Info-Plattform https://Aufstehen-Info.de zum Download bereit stellen.

Guido
Debattenkultur

Natürlich bin ich weiterhin dabei, Werner. Für jemand, der gern und viel kommuniziert, ist es natürlich immer spannend, neue Techniken kennen zu lernen, die das Ergebnis jeder Kommunikation positiv beeinflussen können. Leider erschließt sich mir beim Lesen dieses langen Stranges hier noch nicht offensichtlich, worin denn der Mehrwert, der konkrete Nutzen besteht. 

Ich würde es aber gern live ausprobieren. Mit dir, Monika Hartmann, Harald, der sich hier sehr interessiert und wenn gewollt, mit weiteren Mitglidern unseres Vereins. Worüber wollen wir debattieren? 

Über die konkreten Ziele unseres Vereins, haben wir politische Ziele, oder geht es nur um die Herstellung von Software? Welche Werte sind den. Vereinsmitgliedern wichtig? Wie stehen wir zu Militarismus, Nationalismus und Rassismus? Ich denke, genügend Stoff um die hier in ellenlangen Beiträgen beschriebene Technik der Debattenkultur aus zu probieren. Und nebenbei bekommen wir die Ziele und die Vereinssatzung unter einen Hut. Was hältst du davon?

admin
Worüber wollen wir debattieren?

Ich hatte ja oben schon geschrieben, worüber wir als erstes mal debattieren wollen. Es soll um den Vergleich Discuto / Aufstehen-Wiki gehen, also sich Discuto anzuschauen und im Vergleich dazu das, was unser eigenes Debattentool hier kann.

Die ersten Kriterien für eine Bewertung und Vorbereitung der objektiven Auswahl hatte ich ja schon angefangen, unter dem Menüpunkt Debatten im Hauptmenü mal aufzuführen.

Dort solltet ihr euch als erstes mal durchklicken, euch mit den Themen beschäftigen, also auch die Beispiele anschauen, die Wolfgang auf der Leipziger Seite zu Discuto gemacht habt und ggf. weitere, neue Vergleichskriterien, die euch wichtg sind, hier in unserer Debatte ergänzen oder Aussagen korrigieren, die vielleicht aufgrund meines Wissenstands in der Debatte noch nicht richtig sind.

Es geht dabei nicht nur um Software. Aber es hat keinen Sinn, über politische Themen zu diskutieren, bevor wir die passenden Tools dafür haben, damit das auch zu Ergebnissen führt. Das war doch das, was Wolfgang hier in dem Strang lang und breit ausgeführt hatte.

Also lasst uns doch mal einen Schritt nach dem anderen tun - in der richtigen Reihenfolge.

Auch wie es mit unserem Verein weiter geht, hängt meiner Ansicht nach davon ab, wer sich hier in die Online-Strategien überhaupt hinein begeben will - oder wer lieber weiter nur in Regionalgruppen oder Facebook Smalltalk führen möchte und uns so ziemlich sicher hier auch keine neuen Teilnehmer zuführt.

Ich bin ehrlich gesagt von unserem Verein bisher sehr enttäuscht. Ich hatte mich in den letzten Wochen bewusst zurück gehalten, um zu sehen, was von eurer Seite so kommt, um das Ganze voran zu bringen.

Und online kam da dann nach der wirkungslosen Pressemeldung und ein paar wenigen erfolglos in Facebook geteilten Beiträgen gar nichts mehr. Das festigt den Eindruck, den Harald hatte, dass hier nichts passiert.

Und mit diesem Eindruck können wir den Laden dann auch schließen, wenn der sich sowohl unter den Aufstehern als auch im bestehenden Vorstand verfestigt.

Sicher haben wir politische Themen - aber offenbar jeder andere. Und mit den paar Menschlein, die wir hier bisher sind, sollten wir uns als erstes vielleicht mal auf ein einzelnes Thema einigen - und das möglichst auch mit praktischem Leben füllen - es also bearbeiten und möglichst auch im Kleinen umsetzen.

Wenn wir alle möglichen Fässer aufmachen und der Inhalt dann über uns ausgeschüttet wird, dann ersaufen wir sehr wahrscheinlich darin.

Was mein vorrangiges Thema ist, hatte ich ja schon gesagt: das Thema Wirtschaft und ein neues Wirtschaftsmodell zu entwickeln, was den Kapitalismus mittelfristig ablösen kann.

Bei diesem Thema sind wir nicht auf Politiker und Parteien angewiesen! Da können wir selbst etwas in die Praxis bringen und damit ein Beispiel schaffen, wie man Dinge wirklich selbst verändern kann!

Dabei fließt neben der Wirtschaft sowohl Soziales, die Gesundheit, ein Grundeinkommen, das Geldsystem, Verteilungsgerechtigkeit, Umwelt- und Klimaschutz und vieles mehr aus den anderen Bereichen ein.

Und vor allem möchte ich das Ganze auch global behandeln - und nicht nur bezogen auf Deutschland oder vielleicht gerade noch die EU, wie das in der Politik gemacht wird.

Wenn von euch das Interesse da ist, würde ich auch vorschlagen, das wir die Mindmapping-Methode und MindMeister als weiteres Tool auch gleich mit in die Diskussion bringen.

Wir können da per Online-Bestellung (ohne Rechnung) die Edu Campus-Version für 19,80€ pro Monat mit 20 Teilnehmer-Lizenzen bekommen. Zu jeder Mindmap können wir aber zusätzlich beliebig viele Teilnehmer dazu einladen, die sich für die kostenlose Lizenz da registrieren. So können wir das für die ersten Monate einfah mal ohne große Kosten ausprobieren.

MindMeister hat eine API, mit der ich das System dann direkt in unser Debattentool integrieren kann. Und damit sind wir dann nochmal deutlich besser ausgerüstet als bislang!

Problem ist, dass sich das kein IT-Laie richtig vorstellen kann, bevor wir es in der Praxis nutzen. Und wenn sich keiner traut, dann wird es halt nicht genutzt. Das haben wir schon seit Monaten bei den Diskussionsforen gesehen. Da macht jeder sein eigenes Ding und spielt Konkurrenz statt sich auf eine gemeinsame Lösung zu einigen - wie es immer wieder lauthals gerade immer von all denen gefordert wird, die nur ihr eigenes Ding machen wollen.

Unsere Plattform ist die einzige integrierte Plattform mit allen möglichen Funktionalitäten - aus einem Guss also. Und ich denke, das ist das, was sinnvoll ist. Sonst hätte ich da nicht die Arbeit reingesteckt.

Trotzdem müssen wir mit unserem Verein davon die anderen da draußen noch überzeugen!

Und ich hoffe, dass da noch ein paar mehr außer Guido dabei sind.

Monika Hartmann
Werner, Deine lang gehegte

Werner, Deine lang gehegte Idee:

"Was mein vorrangiges Thema ist, hatte ich ja schon gesagt: das Thema Wirtschaft und ein neues Wirtschaftsmodell zu entwickeln, was den Kapitalismus mittelfristig ablösen kann.

Bei diesem Thema sind wir nicht auf Politiker und Parteien angewiesen! Da können wir selbst etwas in die Praxis bringen und damit ein Beispiel schaffen, wie man Dinge wirklich selbst verändern kann!

Dabei fließt neben der Wirtschaft sowohl Soziales, die Gesundheit, ein Grundeinkommen, das Geldsystem, Verteilungsgerechtigkeit, Umwelt- und Klimaschutz und vieles mehr aus den anderen Bereichen ein.

Und vor allem möchte ich das Ganze auch global behandeln - und nicht nur bezogen auf Deutschland oder vielleicht gerade noch die EU, wie das in der Politik gemacht wird."

ist auch für mich und sicher viele andere Menschen eine erstrebenswerte Vision. Auch wenn Du von Denkfabrik sprichst, in der dieses MODELL konstruiert werden soll, wie kann man sich das in der Praxis vorstellen. Ein Wirtschaftsunternehmen, welches seinen Mitarbeitern ein geregeltes Einkommen sichert, ein Dach über dem Kopf, Gesundheits- und Sozialleistungen konstant gewährt, sich für die umfassende Bildung seiner Mitarbeiter verantwortlich fühlt, ihnen Sport und Kultur bietet, seinen Mitarebeitern einen wirklich erholsamen Urlaub zukommen läßt und einiges mehr, ist eine tolle Vorstellung. Diese Art soziales Wirtschaftsunternehmen muß sich aber im bestehenden "Wirtschaftssystem" ernsthaft und dauerhaft behaupten können. Sicher gibt es schon Versuche ähnlicher Art. Die WirtschaftsKombinate in der DDR waren in diese Richtung angelegt. Sie verfügten über K- und S-Fonds (Kultur- und Sozialfonds) die aus den produktiven Einnahmen gespeist wurden. Hierüber wurde ärztliche Betreuung, Bildung, Kultur, Urlaub us.w. für die Beschäftigten finanziell gesichert. Das damalige Gesellschaftssystem war aber völlig anders konstruiert. Ein ewig im Kapitalismus Lebender kann sich das überhaupt nicht vorstellen. Und es wurden leider zu viele Fehler gemacht, an denen diese Utopie "Sozialismus" nach 40 Jahren erst einmal zerbrochen ist. Ich bin ja dabei wenn es darum geht diese Utopie weiterhin im Auge zu habe. Deshalb habe ich mich in die Sammlungsbewegung "Aufstehen" begeben und möchte nicht, dass diese Bewegung zerbricht. Deshalb würde ich gern auf das im Vorfeld unserer Debatte bereits Benannte zurück kommen und darum bitten die Einordnung der bereits diskutierten technologischen Werkzeuge (Tools) von der Basis her zu denken und auch zu praktizieren.

Werner, die von Guido und mir wiederholt gemachten Vorschläge >>> einen Test der vorhandenen Tools im kleinen Rahmen vorzunehmen, anhand eines überschaubaren Themas, auf welches sich die am Test Beteiligten vorher verständigen sollten <<< möchte ich hiermit gern noch einmal verfestigen. Die vorliegenden technischen Möglichkeiten können wir meines Erachtens nur an einem praktischen Beispiel verstehen lernen und dann entsprechend an die Basis heran tragen. Die Plattform "Wiki" würde ich nach wie vor vorne an stellen.